Ausbildung & Beruf


FERTIG MIT DER SCHULE, ABER WAS NUN?

Bist du fertig mit der Schule oder zumindest kurz davor? Dann wollen wir dir dabei helfen, gut in deinen weiteren wichtigen Lebensabschnitt zu starten. Mit diesem Beitrag erwarten dich viele Tipps und hoffentlich auch viele Antworten auf deine Fragen. Wenn du dir immer noch unsicher bist oder hier möglicherweise nicht findest, was du suchst, dann schreib uns oder lass dich persönlich beraten. - Vergiss nicht: #YouWillNeverWalkAlone!

Was wollen wir dir hier genau auf den Weg mitgeben? Über das Inhaltsverzeichnis kannst du dich ein wenig orientieren:

INHALTSVERZEICHNIS

> TRAUMBERUF FINDEN: WAS WILL ICH WERDEN?
> EINE LEHRSTELLE FINDEN
> DIE JOBSUCHE
> SCHULABBRUCH, BERUF OHNE AUSBILDUNG
> DIE BEWERBUNG
> DAS VORSTELLUNGSGESPRÄCH
> DIE MATURA NACHHOLEN, LEHRE MIT MATURA
> STUDIEREN OHNE MATURA
> TRAUMSTUDIUM FINDEN: WAS WILL ICH STUDIEREN?

TRAUMBERUF FINDEN: WAS WILL ICH WERDEN?

Die Frage nach dem Traumberuf beschäftigt viele Menschen, nicht nur dich. Egal, ob man die Schule bereits abgeschlossen hat oder noch mittendrin ist. Es ist gar nicht so einfach, sich einen Traumberuf auszusuchen. Es gibt dafür aber eine tolle Seite, die dir dabei helfen kann, deine Interessen und Stärken abzufragen: Der AMS Berufskompass ist ein Fragebogen. Dabei beantwortest du Fragen zu deinen Interessen, deinen Stärken, deiner Persönlichkeit und deinen Wünschen an den Beruf. Wenn du alles ehrlich beantwortet hast, wird dir eine lange Liste an Berufen vorgeschlagen, die zu dir passen könnten. Probiere es aus und nimm dir ca. 20 Minuten dafür Zeit.

Weißt du etwa schon ungefähr, was du werden möchtest? Dann gibt es das AMS Berufslexikon, wo du mehr über die einzelnen Berufe erfahren kannst. Du findest hier Informationen zu den

> Anforderungen (Was muss ich für den Beruf alles können? Für wen ist dieser Beruf geeignet?)
> Beschäftigungsmöglichkeiten (Wo und für welche Institutionen arbeite ich?)
> Berufsaussichten (Wie sieht es in Zukunft aus? Bin ich mit diesem Beruf zukünftig gefragt?)
> Ausbildung (Welche Ausbildung brauche ich dafür?)
> Aufstieg und Selbstständigkeit (Wie gut stehen die Chancen, dass ich damit selbständig werden kann? Kann ich in der Karriereleiter weiter hinaufklettern, wenn ich das anstrebe?)

Wenn du gerne Erfahrungsberichte zu verschiedensten Berufen hören möchtest, kannst du in unser "Lebendiges Berufslexikon" schauen, wo andere SOS-Kinderdorf Ehemalige ihre Berufe vorstellen. Aber auch unter karrierevideos.at findest du Videos, in denen erzählen dir einige Personen etwas über ihren eigenen Beruf sowie die schönen (und vielleicht auch nicht so schönen) Seiten im Berufsalltag.

Die Berufsentscheidung ist eine sehr wichtige Entscheidung. Nimm dir die Zeit, die du brauchst, mach dir viele Gedanken darüber, stell viele Fragen, besorg dir viele Informationen und überlege dir gut, was du werden möchtest. Hast du den für dich perfekten Beruf gefunden, wirst du sehr viel Freude daran haben!

TOP TIPPFalls du mehr Informationen zu diesem Thema brauchst, schreib uns unter info@alumni-akademie.at. Wenn du Beratung brauchst, melde dich bei der Anlaufstelle deines Bundeslandes.

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EINE LEHRSTELLE FINDEN

Du hast dich dafür entschieden, eine Lehre anzufangen? Das ist super! Dann können wir uns damit beschäftigen, wie man am besten nach freien Lehrstellen sucht. Auch bei der Jobsuche ist das AMSdas österreichische ArbeitsMarktService, eine wichtige Anlaufstelle (aber nicht die einzige!). Du siehst, das AMS hilft dir nicht nur bei deiner Berufswahl, sondern zeigt dir auch, welche Unternehmen gerade nach neuen Leuten suchen:

Gehe in den Jobroom des AMS und klicke unter „Dienstverhältnisart“ auf „Lehrstelle“. Als nächstes wirst du gefragt, ob du deine Suche weiter einschränken möchtest. Mithilfe der „Liste“ kannst du eine bestimmte Branche aussuchen. Unter „frei“ kannst du selbst einen Beruf hineinschreiben. Wenn du auf „ohne Beruf“ klickst, kannst du dir alle freien Stellen ansehen. Bevor du die Suche nun starten kannst, musst du dich noch dafür entscheiden, wo in Österreich du nach einer freien Stelle suchen möchtest.  

Wenn du nun die Liste an freien Stellen siehst, dann kannst du auch mehr über die einzelnen Stellenausschreibungen herausfinden: Welches Unternehmen sucht gerade Lehrlinge? Wo genau wird in Österreich gerade ein Lehrling gesucht? Was erwartet mich, wenn ich mich für diese Lehrstelle entscheide?

Probiere es aus und sieh dich um! Wohin du die Bewerbungen schicken sollst, erfährst du auch auf dieser Seite.

Nur etwa 30 - 40% aller Lehrstellen werden nach eigenen Angaben des AMS über den Jobroom ausgeschrieben. Informiere dich also auch bei anderen Seiten oder den Unternehmen in deiner Umgebung selbst. Die Onlinesuche ist überall sehr ähnlich, vermutlich findest du auch dieselben Lehrstellen auf mehreren Seiten. Klicke dich durch und entscheide dich für diejenige, die für dich am übersichtlichsten wirkt. Hier sind weitere Links, wo du Lehrstellen suchen kannst: lehrstellenportal.atlehrberuf.info.

Natürlich wird man auch auf ganz „normalen“ Karriereplattformen fündig, wenn man nach „Lehre“, „Lehrling“ oder „Lehrstellen“ sucht. Auf diesen Seiten hat man sich aber nicht speziell auf Lehrstellen spezialisiert: karriere.at, jobs.atwillhaben.at.

TIPP: Unterschätze nicht die Macht der "Mundpropaganda", also die Weitergabe von Informationen oder Empfehlungen durch mündliche Weitergabe im persönlichen Gespräch „von Mund zu Mund“. Lass Familie, Freund*innen und Bezugspersonen wissen, dass du eine Lehrstelle suchst. Jemand kennt jemanden, hat was gehört oder gesehen...

TOP TIPPFalls du mehr Informationen zu diesem Thema brauchst, schreib uns unter info@alumni-akademie.at. Wenn du Beratung brauchst, melde dich bei der Anlaufstelle deines Bundeslandes.

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DIE JOBSUCHE 

Über unzählige Seiten im Internet, in Tageszeitungen sowie bei Unternehmen selbst kann man sich über freie Stellenangebote informieren. Besonders im Internet kann man sehr schnell sehr viele Angebote finden und sich etwas umsehen. Eine erste Anlaufstelle könnte auch hier das AMS sein. Alle Stellen, die beim AMS ausgeschrieben sind, werden dabei in ihrem Jobroom online zugänglich gemacht. So könntest du bei der Suche vorgehen:

Gehe in den Jobroom des AMS und klicke unter „Dienstverhältnisart“ auf „ArbeiterInnen/Angestellte (Dauerdienstverhältnis)“. Als nächstes wirst du gefragt, ob du deine Suche weiter einschränken möchtest. Mithilfe der „Liste“ kannst du eine bestimmte Branche aussuchen. Unter „frei“ kannst du selbst einen Beruf hineinschreiben. Wenn du auf „ohne Beruf“ klickst, kannst du dir alle freien Stellen ansehen. Als nächstes musst du dich dafür entscheiden, wo in Österreich du nach einer freien Stelle suchen möchtest. Suchst du nach einer Teilzeit- oder Vollzeitstelle (ganztags)? Damit die für dich passenden Berufe angezeigt werden können, wird auch deine höchste abgeschlossene Ausbildung abgefragt. Bevor es nun losgeht, kannst du dich noch dafür entscheiden, nur nach den aktuellsten Jobangeboten zu suchen.

Aber nicht alle freie Stellen werden beim AMS gemeldet, das muss dir bewusst sein. Es schadet daher nicht, auch auf anderen Plattformen oder sogar auf den Homepages von Unternehmen selbst nachzusehen.

Auch auf diesen Seiten kannst du nach freien Stellen suchen: karriere.atjobs.atwillhaben.at. Die Suche hier läuft ganz ähnlich wie beim Jobroom des AMS ab. Oft reicht es sogar, wenn du nur einen Beruf oder den gewünschten Arbeitsort eingibst.

TIPP: Viele große Unternehmen haben auf ihrer Homepage immer auch einen eigenen Abschnitt, der sich „Karriere“ oder „Jobs“ nennt. Du kannst entweder hier nachsehen oder auch einfach googeln („Name des Unternehmens“ Jobs).

TIPP: Unterschätze nicht die Macht der "Mundpropaganda", also die Weitergabe von Informationen oder Empfehlungen durch mündliche Weitergabe im persönlichen Gespräch „von Mund zu Mund“. Lass Familie, Freund*innen und Bezugspersonen wissen, dass du eine Lehrstelle suchst. Jemand kennt jemanden, hat was gehört oder gesehen...

TOP TIPPFalls du mehr Informationen zu diesem Thema brauchst, schreib uns unter info@alumni-akademie.at. Wenn du Beratung brauchst, melde dich bei der Anlaufstelle deines Bundeslandes.

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SCHULABBRUCH, BERUF OHNE AUSBILDUNG

Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit deinen Möglichkeiten, wenn du keinen Pflichtschulabschluss hast. Es ist keine leichte Ausgangsposition für dich, dessen musst du dir bewusst sein, aber einige Türen stehen dir dennoch offen. Was kannst du tun?

In Österreich gibt es eine Ausbildungspflicht bis 18. Damit möchte der Staat sichergehen, dass du auch noch dann ausreichend unterstützt wirst, wenn du die neun Jahre Schulpflicht beendet hast. Es ist also ein Angebot für dich! Die Ausbildungspflicht zwingt dich nicht, weiter in die Schule zu gehen, es gibt auch andere Möglichkeiten. Du kannst dir etwa eine Lehrstelle oder einen anderen Ausbildungsplatz in einem Unternehmen suchen.

Auf ausbildungbis18.at findest du alles zur Ausbildungspflicht. Auf dieser Seite wird dir erklärt, was dir diese Ausbildungspflicht bis 18 bringt und welche Möglichkeiten und Anlaufstellen du hast.

Grundsätzlich ist ein Schulabschluss keine Voraussetzung dafür, dass du arbeiten gehen kannst. Es gibt sehr wohl einige Bereiche, bei denen du Chancen hättest, arbeiten zu gehen. Die für den Job benötigte Ausbildung wird dann vom Unternehmen übernommen, du wirst also gezielt für deinen Job ausgebildet. Diese Ausbildungsberufe sind dabei sehr vielfältig. Du findest sie beispielsweise im Handwerk (möchtest du etwas mit der Hand herstellen und Produkte selbst erschaffen, z. B. als Tischler*in oder Schmied*in, dann findest du vielleicht hier, was du suchst), im Handel (in dieser Branche ist man besonders als Verkäufer*in gut aufgehoben) oder in der Gastronomie (du kannst dein Glück in dieser Branche versuchen, wenn du gerne in Restaurants, Cafés oder Bars arbeiten möchtest).

Auf aubi-plus.at (am Ende der Seite) findest du eine Auflistung an Branchen, in denen eigentlich ständig Bedarf an Leuten besteht, die einen Ausbildungsplatz suchen. Klicke dich durch und informiere dich einmal darüber, was für Berufe für dich interessant sein könnten.

Wichtig ist jedoch: Es gibt keine speziellen Berufe für Personen ohne Schulabschluss! Du musst also von dir überzeugen können und dazu bereit sein, dich in deiner neuen Ausbildung wirklich zu bemühen. Wer auch immer dir die Chance gibt, eine Ausbildung im Unternehmen zu absolvieren, sieht in dir höchstwahrscheinlich auch langfristig eine*n Mitarbeiter*in. Sieh es auch als Chance!

Hast du schon einmal von Fachkräftemangel in Österreich gehört? Das bedeutet, dass in manchen Branchen viel weniger Leute gefunden werden als sie eigentlich brauchen würden. Dazu zählen auch zum Teil Bereiche, für die nicht zwingend ein Schulabschluss erforderlich ist: Handwerksberufe, Berufe im Tourismusbereich (z.B. Hotels, vor allem im Westen Österreichs) und sämtliche Berufe in der Pflege.

Aber gib dich keinen Illusionen hin: Ohne (mindestens) einen Pflichtschulabschluss wirst du es am Arbeitsmarkt nicht leicht haben. Auch eine Lehrstelle zu finden wird eine große Herausforderung. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Du kannst den Pflichtschulabschluss nachholen. Das könnte für dich auch dann interessant sein, wenn du einige Fächer negativ abgeschlossen hast. Das Großartige daran ist, dass es für dich komplett (Vorbereitungskurse und Prüfungen inbegriffen) kostenlos ist. Der Pflichtschulabschluss ist (auch wenn wir dir oben einige Bereiche angeführt haben, wo es anders gehen könnte) für viele Berufe unglaublich wichtig, außerdem ermöglicht er dir, berufsbildende Schulen zu besuchen. Die Arbeiterkammer hat hier alles zum Thema zusammengefasst. Unter erwachsenenbildung.at findest du noch weitere Informationen dazu, wie es mit dem Nachholen genau aussieht. Und wo du, z.B. in Wien, den Pflichtschulabschluss machen kannst, findest du hier. Aber solche Angebote gibt es in allen Bundesländern, frag einfach mal in deiner Anlaufstelle nach, dort können sie dir sicher sagen, wo es in deiner Nähe ein solches Angebot gibt.

Überlegst du vielleicht gerade, die Schule abzubrechen, und suchst in diesem Beitrag Möglichkeiten, die du ohne Schulabschluss hast? Ja, wir wissen es: Schule kann blöd und lästig sein, aber sie ist ein wichtiges Sprungbrett in dein späteres Berufsleben. Eine ordentliche Ausbildung garantiert dir zwar keinen Job, aber sie steigert deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt massiv. Schulabbruch ist keine Lösung, sondern möglicherweise ein Weg in die Arbeitslosigkeit. Dank der Ausbildungspflicht in Österreich steht dir jedenfalls ein Ausbildungsplatz zu! Schließe also bitte deine angefangene Schulausbildung ab oder informiere dich über andere interessante und wirklich zu dir passende weitere Ausbildungsmöglichkeiten (z. B. Lehre oder ein anderer Schultyp). Sprich mit Vertrauenspersonen über deine Gründe, warum du die Schule nicht mehr fertigmachen willst: Definitiv falsche Ausbildungsentscheidung? Mobbing? Schlechte Noten? Ein schwieriges Verhältnis zu gewissen Lehrer*innen oder Mitschüler*innen?  - Leider gibt es gerade in diesem Bereich keine allgemeinen Lösungen. Wenn du dir bei deinen Entscheidungen unsicher bist und dich deine derzeitige Ausbildung einfach nur unglücklich macht, dann lass dich bitte beraten! Es braucht eine individuelle Lösung ganz speziell für dich. Aber wenn du nicht darüber sprichst, wird dir niemand helfen können.

TOP TIPPFalls du mehr Informationen zu diesem Thema brauchst, schreib uns unter info@alumni-akademie.at. Wenn du Beratung brauchst, melde dich bei der Anlaufstelle deines Bundeslandes.

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DIE BEWERBUNG

Die Bewerbung ist deine Chance, dich einem Unternehmen vorzustellen und hoffentlich den Job zu bekommen. Damit das gut klappt, haben wir hier ein paar Tipps und Links für dich!

1. Bevor du dich bewirbst, solltest du dich bereits intensiv damit auseinandergesetzt haben, was du werden möchtest. Dazu gehört auch, sich mit den Unternehmen zu beschäftigen, für die du arbeiten möchtest. Hast du eine interessante Stelle gefunden, dann recherchiere grundlegende Informationen zum Unternehmen: In welcher Branche ist es tätig? Was macht das Unternehmen genau? Welche Aufgaben könnte ich übernehmen?...

2. Jetzt kannst du deine Bewerbung schreiben. Eine Bewerbung besteht grundsätzlich aus zwei wesentlichen Teilen: Lebenslauf und Motivationsschreiben. In den Anhang gibst du weitere wichtige Dokumente (z.B. deine aktuellsten Zeugnisse der Schule, Arbeitszeugnisse, Praktikumsbestätigungen, Zertifikate usw.). Wie du die Bewerbung am besten aufbaust, erklären wir dir weiter unten.

3. Eine Bewerbung wird nie sofort losgeschickt. Die erste Fassung ist noch nicht dein Endprodukt. Gründliches Korrekturlesen ist dabei wirklich wichtig. Gerne kannst du auch Freund*innen oder Bezugspersonen drüberschauen lassen. Am Ende sollten keine Rechtschreib- und Grammatikfehler mehr drinnen sein, das ist wichtig. So wirst du bestimmt einen guten ersten Eindruck hinterlassen.

Lebenslauf:

Wie du einen Lebenslauf verfasst, kannst du z.B. bei kapiert.de nachlesen. Wenn du es ganz genau wissen möchtest, hilft dir möglicherweise auch die Seite www.stepstone.at.

Der Lebenslauf zeigt sehr übersichtlich alles auf, was man über dich wissen sollte. Er sollte daher nicht länger als eine A4-Seite lang sein. Der Lebenslauf ist ansprechend und übersichtlich zu gestalten, weil er oft das Erste ist, was sich die Verantwortlichen von dir ansehen. Was gehört also alles in deinen Lebenslauf?

1. persönliche Daten (Name, Geburtsdatum, Kontaktdaten,...)
2. deine bisherige Ausbildung (Schullaufbahn, weitere Ausbildungen)
3. eventuell deine gesammelte Berufserfahrung (auch Ferialjobs und Praktika)
4. Kenntnisse, die du für den Beruf brauchst (z.B. Sprachen, Führerschein, EDV/IT-Kenntnisse,...)
5. Hobbys, Interessen, Vereine und ehrenamtliche Tätigkeiten, Stärken (Dieser Punkt 5 ist freiwillig, du darfst dir hier ein oder zwei Themen aussuchen, zu denen du mehr über dich verraten möchtest, so kann das Unternehmen dich näher kennenlernen.)

TIPPDu solltest unbedingt ein aktuelles Foto von dir in den Lebenslauf geben! Das Unternehmen möchte sich durch deine Bewerbung ein möglichst gutes Bild von dir machen, da hilft ein Foto bereits sehr. Pass aber darauf auf, welches Foto du auswählst. Wenn du gerade von der Schule kommst, nimm ein ansprechendes aktuelles Schulfoto. Auf keinen Fall solltest du Freizeit- oder Partyfotos nehmen, diese haben in einer Bewerbung gar nichts verloren.

Motivationsschreiben:

Wie du ein Motivationsschreiben (auch Bewerbungsschreiben genannt) verfasst, kannst du bei kapiert.de nachlesen. Hier ist es sehr leicht verständlich zusammengefasst und mit einem Musterbeispiel versehen. Noch einmal ganz kurz:

1. rechts oben deine Anschrift, links darunter die des Unternehmens

2. Ort, Datum

3. unbedingt erwähnen, für welche Position du dich bewerben möchtest (z.B. Bewerbung als Lehrling für Chemielabortechnik). Oft bekommen Unternehmen viele Bewerbungen und haben nicht nur eine einzige Stelle ausgeschrieben. Man muss auf den ersten Blick erkennen können, wofür genau du dich bewirbst.

4. höfliche Anrede.

5. Einleitung: Wo hast du von dieser Stelle erfahren? Warum interessierst du dich für diese Stelle? Warum wäre es der perfekte Job für dich? (Deine Motivation für die Bewerbung erklären.)

6. Hauptteil: Welche Ausbildungen hast du abgeschlossen? Hast du vielleicht sogar schon einmal Erfahrung sammeln können (durch Ferialjobs, Praktikum über die Schule,...)? Welche Stärken und Fähigkeiten zeichnen dich aus, sodass genau DU den Job bekommen solltest?

7. Schluss: Bitte um ein Vorstellungsgespräch, um mehr von dir erzählen zu können.

8. höfliche Grußformel, Unterschrift

TIPP: Dein Motivationsschreiben soll ebenfalls nicht länger als eine A4-Seite lang sein! Schreibe also kurz und knackig und beschränke dich auf das Wichtigste. Bleibe authentisch und übernimm bitte keine Formulierungen bloß aus dem Internet. Es ist DEINE Bewerbung und sollte auch in deinem Schreibstil verfasst sein.

TIPP: Sei ehrlich und erfinde keine Ausbildungen oder Fähigkeiten, die du nicht hast! Du möchtest dich für deinen zukünftigen Job ja nicht verstellen müssen. Spätestens beim Vorstellungsgespräch würden Lügen außerdem auffliegen und alles andere als gut ankommen.

Wie du deine Bewerbungsunterlagen verschicken sollst, wird in der Stellenausschreibung bekanntgegeben. In den meisten Fällen bewirbt man sich per E-Mail oder über ein Onlineportal, auf das man die eigene Bewerbung hochladen soll. (Sehr selten wird man gebeten, sie in ausgedruckter Form persönlich vorbeizubringen oder per Post zu verschicken.)

Sobald die Unterlagen verschickt sind, solltest du davon ausgehen, dass dich die Unternehmen auch kontaktieren wollen. Checke also regelmäßig deine E-Mails. Außerdem könnten alle nicht eingespeicherten Nummern, die dich anrufen, deinem zukünftigen Arbeitgeber gehören. Melde dich dabei von nun an stets selbstbewusst und höflich mit deinem Namen, so hinterlässt du bereits vor deinem ersten persönlichen Treffen einen guten ersten Eindruck. („Oida wer nervt?!“, „Wos ist?“ oder „Halli Hallo!“ haben hier nichts verloren.)

Was das Layout betrifft, kannst du dich gerne entfalten! Word gibt dir hier viele Möglichkeiten, wenn du die notwendigen Skills dafür hast. Achte aber darauf, dass du es nicht übertreibst. Das Layout ist weniger wichtig als der Inhalt, deshalb sollte das Design auch nicht davon ablenken oder irritieren. Du findest im Internet unzählige Beispiele für Bewerbungen. Wenn du möchtest, kannst du dir hier welche heraussuchen und dich an Musterbewerbungen orientieren.

Mit Schriftarten solltest du sparsam umgehen. Verwende maximal zwei unterschiedliche und experimentiere nicht mit zu vielen Farben.

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DAS VORSTELLUNGSGESPRÄCH

Es ist so weit, du wurdest zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen? Super, dann bist du deinem zukünftigen Job einen großen Schritt nähergekommen!

Vor dem Vorstellungsgespräch darf man ruhig etwas nervös sein, das ist ganz normal. Aber man kann sich sehr gut darauf vorbereiten, weil es in den meisten Fällen sehr ähnlich abläuft. Man will dich besser kennenlernen und mehr erfahren als auf den paar Seiten deiner Bewerbung Platz hat. Dazu haben wir zwei tolle Videos gefunden, die dir einige Tipps zusammenfassen!

> 7 typische Fragen im Vorstellungsgespräch

> Fragen und Antworten im Vorstellungsgespräch

Typische Fragen sind meist diese hier (oder so ähnlich):

Fragen über dich selbst: Oft bekommst du ganz zu Beginn im Gespräch die Gelegenheit, etwas über dich zu erzählen. Dabei kommt es eben nicht darauf an, deinen Lebenslauf noch einmal aufzusagen! Versuche etwas Neues zu bringen und z.B. deine Stärken und Interessen, Lieblingsfächer in der Schule mit dem Beruf in Verbindung zu bringen.

Warum möchtest du diese Ausbildung machen? Wieso möchtest du diese Ausbildung genau in diesem Unternehmen machen? Warum sollte sich das Unternehmen für dich entscheiden? Was erwartest du dir von dieser Ausbildung? (Du erinnerst dich? - Genau aus diesem Grund solltest du dich schon beim Schreiben der Bewerbung über das Unternehmen informieren!)

Was sind deine Stärken und Schwächen? Wie spielen deine Stärken im Beruf eine Rolle? Wie kannst du mit deinen Schwächen umgehen?

Hast du noch weitere Fragen an das Unternehmen? (Offene Fragen gibt es eigentlich immer, deshalb kannst du schon vorab ein paar Fragen formulieren, die du stellen kannst. Bitte überlege dir gut, was genau du noch wissen möchtest.)

TIPPSei pünktlich und zieh dich dem Bewerbungsgespräch entsprechend an. Das heißt, dass du nicht in deiner Alltagskleidung zum Vorstellungsgespräch erscheinst. Ein Vorstellungsgespräch ist immer eine formelle Situation, daher sind eine lange Hose und passendes Hemd bzw. passende Bluse nie verkehrt. Möglicherweise können auch ein Anzug oder Kostüm angemessen sein. Wichtig ist jedenfalls ein gepflegtes Äußeres: saubere Kleidung, gepflegte Frisur, geputzte Schuhe, saubere Fingernägel und alles, was noch dazugehört.

TIPPSei du selbst und sei ehrlich. An dieser Stelle zu lügen, zahlt sich nicht aus. Du willst Vertrauen zu deinem zukünftigen Arbeitgeber aufbauen und deinen Job ehrlich bekommen.

TIPPWenn du noch nie ein Vorstellungsgespräch geführt hast, kannst du auch zuhause (vor dem Spiegel oder mit deinen Freund*innen,...) üben. Die Antworten sollten allerdings nicht auswendig gelernt wirken, sprich also frei und authentisch. Schau deinem Gegenüber dabei unbedingt in die Augen, während du mit ihm das Gespräch führst. (Das klingt jetzt vielleicht etwas komisch, aber vor allem bei Nervosität sind unsere Augen oft ganz woanders. Also wichtig: nicht auf den Boden schauen, nicht aus dem Fenster schauen, nicht die eigenen Hände anschauen, nicht auf das Handy schauen, sondern selbstbewusst in die Augen des Gesprächspartners!)

Wenn du dich ordentlich vorbereitest und dir Gedanken über deine Antworten vorab machst, wird bestimmt alles klappen!

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DIE MATURA NACHHOLEN, LEHRE MIT MATURA

Alle relevanten Informationen zum "Zweiten Bildungsweg" (also Bildung, die man auch im Erwachsenenalter nach der eigentlichen Ausbildung anstreben kann) können auf der Homepage der Arbeiterkammer nachgelesen werden. (Die Arbeiterkammer ist die gesetzliche Interessensvertretung aller Arbeiter*innen und Angestellten in Österreich.)

Über den Zweiten Bildungsweg können also noch Schulabschlüsse nachgeholt werden, die man entweder zuerst nicht angestrebt hat oder leider (aus welchen Gründen auch immer) nicht abschließen konnte. Dazu gehören der Pflichtschulabschluss, ein Lehrabschluss sowie die Matura (in diesem Fall nennt man sie Berufsreifeprüfung). Bildung trägt wesentlich dazu bei, auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen zu haben, auch wenn man damit nicht 100%igen Erfolg garantieren kann. (Mehr dazu findest du auch hier.)

Die Berufsreifeprüfung ist der Matura praktisch gleichgesetzt. Sofern du das möchtest, kannst du also auch mit ihr ein Studium an einer Uni oder Fachhochschule beginnen. Wie bei der Matura sind Prüfungen abzulegen, und zwar genau 4 (außer du kannst dir etwas anrechnen lassen, das wird individuell geprüft): Mathematik, Deutsch, eine lebende Fremdsprache (z.B. Englisch oder Französisch) und ein weiteres Fach (orientiert sich an deiner beruflichen Ausbildung).

Die Vorbereitungskurse kannst du bei verschiedenen Instituten besuchen. Einige Beispiele sind hier aufgelistet: BFIVHSWifi, Institut Dr. RampitschDr. Roland. (Solche Angebote findest du in jedem Bundesland. Falls du nichts in deiner Nähe findest, wende dich an die Anlaufstelle in deinem Bundesland, die Kolleg*innen dort helfen dir einen passenden Anbieter zu finden.)

Du hast dich bereits für eine Lehre entschieden und würdest doch gerne auch die Matura machen? Das ist gar kein Problem, weil „Lehre mit Matura“ dir genau das ermöglicht. Du kannst dich also direkt parallel zu deiner Lehrausbildung auch schon für die Berufsreifeprüfung vorbereiten! Dieser Zusatz ist für dich kostenlos, wenn du mindestens eine der vier Prüfungen schon während deiner Lehrausbildung abschließt! Mehr Informationen dazu findest du auf der Homepage des Bildungsministeriums.

Diese Möglichkeit besteht bereits ab dem 1. Lehrjahr, du kannst dich aber auch erst später dafür entscheiden. Mit dieser Matura stehen auch dir alle Wege offen, ein Studium an einer Uni oder Fachhochschule zu absolvieren. Möglicherweise erhöht es auch deine Aufstiegschancen im derzeitigen Unternehmen.

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STUDIEREN OHNE MATURA

Im vorherigen Abschnitt hast du mehr darüber erfahren, wie du einen Abschluss nachholen kannst, der dir die gleichen Möglichkeiten wie die Matura eröffnet (Berufsreifeprüfung). Doch es gibt auch noch einen anderen Weg: die Studienberechtigungsprüfung. Du hast bereits erfahren, dass die Berufsreifeprüfung und die Matura gleichwertig sind, also kannst du mit beiden jedes Studium deiner Wahl beginnen. Mit der Studienberechtigungsprüfung ist das etwas anders: Du musst dich vorab für EINEN Studiengang entscheiden, für den du mit der Studienberechtigungsprüfung zugelassen werden kannst. Voraussetzung ist dabei, dass du beruflich (oder außerberuflich) bereits Erfahrung mit dem Themenbereich sammelst, den du studieren möchtest. (Also wenn du Medizin studieren willst, solltest du z.B. als Krankenpflegerin oder Krankenpfleger Berufserfahrung gesammlet haben.) Wie genau das mit den Vorbereitungskursen und Inhalten aussieht, entscheidet die jeweilige Uni oder Fachhochschule. Prinzipiell sind aber 5 Prüfungen zu absolvieren. - Mehr Informationen dazu findest du im Online-Ratgeber studieren.at oder auf uni.at.

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TRAUMSTUDIUM FINDEN: WAS WILL ICH STUDIEREN?

Du hast dich dazu entschlossen, ein Studium zu beginnen? Das ist großartig! Die Wahl des Traumstudiums ist aber gar nicht so einfach, weil es einfach viel zu viele Studien zur Auswahl gibt. Die meisten davon kennt man oft nicht einmal, wenn man sich nicht damit beschäftigt hat. Wo sollte man also erst einmal stöbern, um mehr über das Angebot herauszufinden? Hier ist eine kleine Linksammlung:

Auf studieren.at findest du allgemeine Informationen zur Studienwahl.

Oft hängt die Wahl des Studiums auch mit einem angestrebten Beruf zusammen. Wenn du dir also noch nicht sicher bist, was du werden möchtest, kann dir der Berufskompass des AMS weiterhelfen. Mehr dazu auch unter dem Abschnitt „Traumberuf finden - Was will ich werden?“. Dieser Test ermittelt nicht nur eine Liste an Berufen, die für dich interessant sein könnten, sondern gibt auch an, welche Ausbildung für den jeweiligen Beruf notwendig ist.

Du weißt schon ganz genau, was du werden möchtest oder willst einfach zu einigen Berufen mehr erfahren? Auch im AMS Berufslexikon erfährst du mehr über die Ausbildung.

Natürlich kannst du auch einfach aus Interesse studieren, ohne damit einen Beruf anzustreben. Schließlich kann man auch berufsbegleitend studieren (also studieren, während man gleichzeitig auch einer Arbeit nachgeht; viele Student*innen machen das.)

Wenn du ganz prinzipiell herausfinden möchtest, welche Studienrichtungen etwas für dich sein könnten, wäre vielleicht der Studienwahltest von uniturm.de ein guter Anhaltspunkt. Der Test selbst stammt zwar aus Deutschland, Studiengänge sind aber in Österreich sehr ähnlich!

Jede Universität und jede Fachhochschule informieren auch umfassend auf ihrer eigenen Homepage über die angebotenen Studiengänge. Fachhochschulen sind sehr praxisorientiert, du hast einen strukturierten Stundenplan und lernst, wie du dein Wissen im Beruf konkret anwenden kannst. Universitäten geben dir dafür ganz viel Grundwissen mit. Das Studium hier ist lernintensiver als auf der Fachhochschule, aber du kannst (und musst!) dich selbst organisieren. Damit dir der Unterschied zwischen Uni, Fachhochschule und Pädagogischer Hochschule klarer wird, kannst du dich hier durchklicken.

Ein Liste aller Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischer Hochschulen in Österreich findest du hier. - Welche Studien angeboten werden, findest du auf den jeweiligen Seiten.

TIPP: Wenn ein Studium für dich interessant klingt, dann schau dir unbedingt auch an, was man darin genau lernt! Gehe dazu auf „Curriculum“ oder „Studienplan“, dort erfährst du detailliert, was für Inhalte auf dich warten werden. Wir verlinken dir hier die größten, damit du dir einen Überblick über das Angebot verschaffen kannst:

TIPP: An Fachhochschulen findet immer ein Aufnahmetest statt, an Unis gilt das nur für gewisse Studiengänge. Informiere dich über die jeweiligen Anmeldefristen.

TIPP: Auch weil das Finden des perfekten Studiums nicht immer leicht ist, findet jedes Jahr die BeSt (Messe für Beruf, Studium und Weiterbildung in Österreich) in Wien statt, das nächste Mal von 4. bis 7. März 2021, allerdings in digitaler form; d.h. du kannst auch reinschauen, wenn du am anderen Ende von Österreich lebst... Hier werben auch Universitäten und Fachhochschulen und wollen dich von ihren Studiengängen überzeugen. Schau vorbei und frag die Aussteller, wenn du noch offene Fragen hast. Meistens sind dort auch Student*innen am Stand, die dir etwas über die Studien erzählen können.

TOP TIPPFalls du mehr Informationen zu diesem Thema brauchst, schreib uns unter info@alumni-akademie.at. Wenn du Beratung brauchst, melde dich bei der Anlaufstelle deines Bundeslandes.

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[Stand: 11.01.2020 - Dieses Dossier enstand mit ehrenamtlicher Unterstützung durch Tobias Mörk - wir danken für das Engagement!]